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Die Johanniter aus Stade verteilen die Weihnachtstrucker-Geschenke in der Roma-Siedlung Ponorata @Johanniter
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Die Ladeflächen sind leer – die Herzen gefüllt

Wunstorf – Sieben bewegte Tage und mehr als 10.000 gefahrene Kilometer liegen hinter den mehr als 120 haupt- und ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, die sich mit dem Johanniter-Weihnachtstrucker am 26. Dezember auf den Weg nach Albanien, Bosnien-Herzegowina, Rumänien und in die Ukraine aufgemacht hatten.

Jetzt sind sämtliche Helfer und Fahrzeuge wieder wohl behalten zurück in der Heimat angekommen. Alle 54.901 Pakete sind übergeben, die Ladeflächen sind leer und die Herzen und Köpfe der Teilnehmer sind voll von berührenden Begegnungen und unvergesslichen Erfahrungen.

Wochenlang haben auch die Johanniter in Niederachsen und Bremen für die Aktion Johanniter-Weihnachtstrucker in der Vorweihnachtszeit Pakete gesammelt. Insgesamt konnten 1500 Pakete aus Niedersachsen und Bremen auf die Reise in Richtung Albanien, Bosnien und Herzegovina, Rumänien und erstmals in die Ukraine geschickt werden. Insgesamt 45 Lkw mit 90 ehrenamtlichen Fahrern waren in fünf langen Konvois mit je zwei Konvoi-Leitern sowie zahlreichen Helfern am zweiten Weihnachtsfeiertag Richtung Südosteuropa aufgebrochen. Auch aus dem Landesverband Niedersachsen/Bremen war ein Johanniter-Team mit dabei, um über Autobahnen, durch Städte und über unwegsame Schotterwege zu den Menschen in den ländlichen Gegenden der Zielregionen zu gelangen. Am 28. Dezember 2017 erreichten Hansi Eggert, Nadine Groß und Jerome El-Khalafawi mit ihrem Stader Johanniter-Lkw das Roma-Dorf Ponorata im Norden von Rumänien. Fotograf Stefan Simonsen aus Hannover begleitete sie.

Vor Ort wurde der voll beladene niedersächsische Weihnachtstruck sowie die weiteren 19 Lkws mit ihren über 20.000 Paketen sowie den 54 Konvoimitgliedern sehnsüchtig und voller Vorfreude erwartet. In 200 Dörfern mit über 1500 Helfern von Tasuleasa Social, Polizei und Feuerwehr haben sie sehr viele Kinderaugen zum Strahlen gebracht. Teilweise fieberten die Kinder schon seit Stunden der Ankunft entgegen. Auch ganze Familien oder alte Menschen waren teils mit Pferdefuhrwerken und Schlitten zu den Verteilstellen gekommen. Diese befinden sich, je nach Region, in Schulen, Kirchengemeinden, bei privaten Initiativen oder anderen Hilfsorganisationen in Kleinstädten und Dörfern.

„Wir haben wie jedes Jahr versucht, alle Pakete persönlich an die vorab sorgfältig ausgewählten Empfänger oder an unsere Partner vor Ort zu übergeben“, ergänzt Lorand Szüszner, der Leiter des Konvois in den Norden Rumäniens. „Uns ist wichtig, dass tatsächlich die Personen ein Paket bekommen, die dies auch wirklich brauchen.“ Bei mehr als 20.000 Paketen, die allein sein Konvoi nach Rumänien geladen hatte, kann man sich vorstellen, dass Szüszner und sein Team aus Deutschland die Verteilung ganz alleine niemals in solch kurzer Zeit geschafft hätten. „Wir waren sehr froh, wieder tatkräftige Unterstützung von unseren Partnern vor Ort erhalten zu haben“, sagt er. „Viele davon kennen wir bereits seit Jahren, da haben sich echte Freundschaften entwickelt.“

Die Aktion Weihnachtstrucker wurde 1994 ins Leben gerufen. Ihr Herzstück: Menschen in Deutschland packen Hilfspakete mit dringend benötigten Grundnahrungsmitteln, Hygieneartikeln und einem kleinen Kinderspielzeug für notleidende und bedürftige Kinder, Familien, alte Menschen und Menschen mit Behinderung in Osteuropa. Zwischen Weihnachten und Silvester werden die Pakete von freiwilligen Fahrern ehrenamtlich in die Zielregionen gebracht und dort überwiegend persönlich übergeben. Inzwischen beteiligen sich viele Tausend Privatleute und zahlreiche Firmen, Schulen, Kindergärten und Vereine mit Hilfspaketen, die anhand einer sorgfältig zusammengestellten Packliste gepackt werden.

Jetzt heißt es für die Helfer erstmal ankommen, entspannen und die Eindrücke verarbeiten. Hört man sich in ihren Reihen um, so wird schnell klar: Viele sind auch nächstes Mal wieder mit dabei. „Der Johanniter-Weihnachtstrucker ist Teil meines Lebens“, bestätigt auch Lorand Szüszner. „Für die meisten der Beteiligten heißt es: Einmal Weihnachtstrucker, immer Weihnachtstrucker!“

WCN/kg

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